Vorbereitung im Kiliansdom am 14.01.2026 um 10 Uhr

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Gestern war ich im Kiliansdom in Würzburg.
Ich habe dort eine Führung vorbereitet.
Es war ein schöner Moment.
Ich war allein in der Kirche.

Die Kirche ist sehr groß.
Sie ist alt und ruhig.
Als ich hineinging, war es still.
Die Luft war klar.
Ich konnte gut atmen.

Gestern war ein Feiertag.
Es ging um Maria, die Mutter Gottes.
Der Tag war besonders.
Das Licht war weich und warm.
Es kam durch die hohen Fenster.
Auf dem Boden war es golden.

Ich ging langsam durch die Kirche.
Erst durch den Eingang.
Dann durch das lange Mittelschiff.
Dann durch die Seitenschiffe.

Alles war still.
Ich hörte nur meine Schritte.
Die Kirche war wie ein Buch aus Stein.
Ich konnte vieles sehen:
Säulen, Bilder, Figuren.

Ich dachte: Dieser Ort ist wichtig.
Man fühlt etwas.
Nicht nur sehen – auch spüren.

Ich machte mir Notizen.
Ich dachte an die Führung.
Aber ich war auch ganz ruhig.
Ich war da.
Ganz im Moment.

Ich war dankbar.
Diese Kirche ist besonders.
Sie erzählt eine Geschichte.
Man muss sie erleben.

Gestern hatte ich die besondere Gelegenheit, mich intensiv auf eine Kirchenführung im beeindruckenden Kiliansdom zu Würzburg vorzubereiten – ein Erlebnis, das weit über eine rein organisatorische Tätigkeit hinausging. Schon beim ersten Schritt in das sakrale Gebäude spürte ich eine eigentümliche Spannung in der Luft, als würde der Raum selbst Atem holen. Es war nicht nur das architektonische Erbe, das mich beeindruckte, sondern etwas Tieferes, kaum Greifbares: eine stille Präsenz, ein ruhender Ernst, der aus den Steinen selbst zu sprechen schien.

Der Tag trug seine eigene Bedeutung – ich meine, es war der Tag das Hochfest von Gottestmutter Maria gewesen, der diesem Moment eine zusätzliche Schwere, vielleicht auch eine Gnade verlieh. Der Himmel draußen war hell, aber nicht grell, und das Licht, das durch die hohen Fenster fiel, brach sich in matten, goldenen Tönen auf dem Boden des Langhauses. Ich trat ein durch den Haupteingang, ließ die schwere Tür hinter mir ins Schloss fallen und begann, die Kirche in aller Stille zu durchqueren.

Zuerst das Langhaus, das sich wie ein weiter, steinerner Fluss vor mir ausdehnte – mit seiner klaren Linienführung, der disziplinierten Symmetrie, dem Gefühl, dass jeder Schritt zugleich Annäherung und Demut bedeutete. Weiter ging ich durch die Seitenschiffe, in denen das Licht gedämpfter war, zurückhaltender, fast kontemplativ. Jeder Pfeiler, jede Figur, jedes Ornament schien mir in diesem Moment nicht nur architektonisches Detail, sondern Ausdruck einer größeren Idee: ein Sichtbarwerden des Unsichtbaren.

Zwischen den Schritten und Notizen, zwischen Blicken auf Grundrisse und Gedanken zur Dramaturgie der Führung, war ich ganz bei mir – oder vielleicht vielmehr: ganz bei dem Ort. Es war nicht einfach ein Gebäude, das ich durchmaß, sondern ein Raum, der selbst wie eine aufgeschlagene Chronik wirkte, eine Geschichte aus Stein, Licht und Klang. Und in dieser Geschichte durfte ich mich einen Moment lang aufhalten.

Es war ein stilles, aber herrliches Gefühl, dort zu stehen – getragen von Jahrhunderten und der Ahnung, dass Orte wie dieser nicht nur erhalten, sondern auch erlebt werden müssen.

Matthias Reimund

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